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Was erlaube … 3D Drucker!

So ein 3D Drucker kann manchmal ganz schön zickig sein. Doch was tun, wenn der Druck einer halben Nacht sich regelmäßig in Schleifen und in Schlangenform um das Hot End wickelt und ihr nur noch schlechte Druckergebnisse produziert? Ich möchte meine Erfahrungen dazu mit euch teilen.

Schlechte Druckergebnisse – Problemstellung

Ich habe mehrere Ursachen feststellen können, was bei mir zu solchen Druckergebnissen geführt hat:

Mögliche Ursachen

Die Ursachen waren tatsächlich deren Mehrere. Auch Folgefehler während der Fehlerbehebung:

  1. Aufmerksamkeit-Defizit beim Nozzle-Tausch
  2. Verriegelung des Teflonschlauch beim Filament Wechsel
  3. Schlechtes Bed-Leveling
  4. Druckgeschwindigkeit und Temperatur

Lösungsbeschreibung

Aufmerksamkeit-Defizit beim Nozzle-Tausch

Die von mir verwendete Nozzle war schon seit ein paar Monaten in Verwendung und war zwischenzeitlich recht verschmutzt gewesen. Also Hot-End erhitzt, Filament zurück gezogen und alte Nozzle ab- und neue Nozzle angeschraubt.

Leider ist mir entgangen, dass beim Abziehen des Filament wohl noch Reste im inneren am Gewinde des Hot-End zurückgeblieben sind. Diese sind über die Zeit zwischen dem Wechsel der Nozzle im Gewinde erkaltet. beim reinschrauben der neuen Nozzle habe ich das nicht bemerkt. Somit konnte diese nicht mehr vollständig im Gewinde versenkt werden. Während des Drucks hat sich dann flüssiges Filament seinen Weg durch das versteifte Gewinde auf die Unterseite gesucht. Hier Bilder der „Sauerei“, ergänzend zu den obigen:

Verriegelung des Teflonschlauch beim Filament Wechsel

Die Hitze des Hot-End hatte über die Zeit meinem Teflonschlauch zugesetzt. Das untere Ende war verengt und hatte dafür gesorgt, dass das Filament nicht mehr optimal nachgeschoben werden konnte. Bei der Rückführung des Filament beim Wechsel wurde immer wieder flüssiges Filament zwischen Kühlrippen und Nozzle zurückgelassen. Ein zusätzlicher Faktor für Verschmutzung. 

Ich musste das Hot-End auseinander nehmen und die seltsame „Verpackung“ von Creality abschaben, um alle Filamentreste zu entfernen. Hat sich aber gelohnt. Jetzt ist alles wieder sauber:

Schlechtes Bed-Leveling

Für Bed-Leveling könnte man einen eigenen Beitrag machen. in Meinem Fall hatte ich zwar eine Mesh konfiguriert – diese nur nicht beim Druck verwendet. Somit war die Genauigkeit der Kalibrierung des Druckbetts nur auf das physische Leveling (Schrauben auf der Unterseite des Betts) reduziert. Wie man mit Marlin 1.1.9 eine Mesh erstellt und diese anwendet, habe ich in einem anderen Blogbeitrag von mir hier auf do-it-neat.com erklärt.

Druckgeschwindigkeit und Temperatur

Wenn bei all den vorhergehenden Ursachen noch das Thema Temperatur und Geschwindigkeit gespielt wird, kann das Druckergebnis nur Ausserirdisch wirken. In kurzen Worten: achtet auf die maximale Geschwindigkeit eures Druckers und passt die PLA Temperatur für jedes Filament entsprechend den Angaben des Herstellers an. Der Ender-5 mag Geschwindigkeiten über 80 mm/Sek. nicht wirklich gerne. Dann setzt Ungenauigkeit ein.

Irgendwie scheint bei mir mit dem Update von Cura auf 4.5 im Druckprofil etwas durcheinander gekommen zu sein. Ich habe dann nochmal das Defaultprofil für den Ender-5 genommen und einfach nochmal sauber durchkonfiguriert. Bett auf 60°, blaues Filament auf 210°. Danach war gut.

Eine gute Übersicht zu den verschiedenen Filament-Arten und zu deren Verarbeitung habe ich hier gefunden. Ist sicher ein erster guter Einstieg zu dem Thema.

Zum Schluss

So, ich hoffe die Ergebnisse meiner verzweifelten Versuche wieder ordentliche Druckergebnisse zu erhalten helfen dir, nicht die selben Fehler zu machen. 🙂

Heute ist meine Glasplatte als Druckbett via Post gekommen. Ich freu mich schon drauf!

Viele Grüße,
swarkn

swarkn
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