Test der Airconsole 2.0 von get-console.com

Hallo zusammen,

heute m√∂chte ich euch gerne die Airconsole 2.0 von get-console.com (Cloudstore Limited) vorstellen. ūüôā Das gute St√ľck kam durch Zufall in einer „gebrandeten“ Variante des Originals mit angepasster Firmware in meine H√§nde.

Was ist die Airconsole 2.0 von get-console.com?

Die Airconsole findet ihren Einsatz vorwiegend bei Technikern im Rechenzentrumsumfeld. Dort existieren h√§ufig Ger√§te, welche¬†noch bevor eine Netzwerkverbindung aufgebaut werden kann initial via seriellem Port (also RS-232) konfiguriert werden m√ľssen. Gerade der Teil der Konfiguration ist eher nervig, da dieser direkt in unmittelbarer N√§he zum Ger√§t mit dem Laptop des Technikers durchgef√ľhrt werden muss. An dieser Stelle kommt die Airconsole ins Spiel.

Die Airconsole kann eine serielle Verbindung via WLAN zwischen dem zu konfigurierenden Gerät und dem Rechner des Technikers herstellen. Nun kann der Techniker hinter den Montageschränken hervorkriechen und die Geräte entweder am Arbeitsplatz im Technikraum/Rechenzentrum oder sogar ausserhalb dessen konfigurieren.

Wie sieht es denn nun aus, das gute St√ľck?

Was ist das besondere der Airconsole?

Die Kombination von n√ľtzlichen Funktionen macht die Airconsole so interessant!

Netzwerk Funktionen
Access-PointDie Airconsole stellt Default nach einschalten einen WLAN Access-Point zur Verf√ľgung. An diesem kann sich mit dem Standard PSK („12345678“) an der in der Anleitung beschriebenen SSID „AirConsole-[xx]“ angemeldet werden. Der DHCP-Server wird euch eine IP im Subnetz 192.168.10.0/24 anbieten. Die Airconsole hat in diesem Fall die IP 192.168.10.1.
WLAN ClientUnabh√§ngig vom Access-Point (welcher separat konfiguriert werden kann), kann die Airconsole selbst Client eines WLAN Netzwerkes sein. √úber dieses kann die Airconsole dann erreicht werden und beispielsweise via zu installierenden Treiber einen virtuellen seriellen Port am Laptop des Technikers zur Verf√ľgung stellen.
Ethernet / WLAN BridgeEbenfalls unabh√§ngig vom Access-Point kann die Airconsole einen zus√§tzlichen WLAN-AP zur Verf√ľgung stellen, welcher Clients an ein bestehendes Ethernet-Netzwerk bridged.
Bluetooth 4.0 / 2.0Zu der Airconsole kann eine unkomplizierte Bluetooth Verbindung hergestellt werden. Diese dient dann der direkten Verbindung zu einer seriellen Konsole zumeist via App (iOS oder Android) vom Tablet des Technikers aus.
Machine-2-Machine ModusIn diesem Modus können zwei Airconsole miteinander gekoppelt werden, sodass die beiden seriell verbundenen Geräte direkt miteinander kommunizieren können.
Besondere Funktionen
AkkuDie Airconsole (Standardversion) besitzt einen internen 1800mAh Akku, welcher es ihr erlaubt im Standby bis zu 12h bzw. w√§hrend aktiver Benutzung ca. 4 Stunden den Dienst ohne externe Stromquelle zu versehen. Der An/Aus Schalter hat in Bezug auf den Akku noch eine zus√§tzliche Funktion: Links=Aus, Mitte=C, Rechts=An. In der mittleren Schalterstellung „C“ kann die Airconsole zus√§tzlich bei Bedarf als Powerbank genutzt werden.
Ausf√ľhrliche Konfigurations UIEin Webserver zur Konfiguration der Airconsole. In der Defaultkonfiguration ist dieser via Access-Point unter http://192.168.10.1 zu erreichen. Im Standard lautet der Benutzername und Passwort: admin/admin
Routing / Routing TableZwischen den einzelnen Netzwerk Interfaces kann fleissig gerouted werden. Die Einstellungen dazu k√∂nnen einfach via WEB-UI durchgef√ľhrt werden.
Remote Packet CaptureTja. Diese Funktion scheint noch Beta zu sein. Der Name l√§sst vermuten, dass man hier wie bei anderen Routern m√∂glich Pakete an einen Wireshark (beispielsweise via netcat) weiterleiten kann. Mag sicher hilfreich sein um Verbindungen auf Fehler zu untersuchen. Ich habs nicht zum Laufen bekommen. Das Formular hat sich immer wieder zur√ľckgesetzt. (Firmware 2.60)
SNMPDie Leistungsdaten der Airconsole können via SNMP v1 abgefragt werden. Traps können aktuell nicht konfiguriert werden. (Firmware 2.60)

Was steckt unter der Haube?

Interessant wirds immer dann, wenn wir uns von do-it-neat.com die Ger√§te genauer ansehen. ūüėČ

Hier ein paar Bilder von unserem Teardown:

Beim Teardown ist auch gleich der RT5350 von Ralink (jetzt Mediatek) aufgefallen. Der SoC wird gerne in SOHO Routern eingesetzt. Im Link findet ihr die ausf√ľhrliche Bedienungsanleitung und ein paar n√ľtzliche Links zu OpenWRT.

root-Access

Ihr könnt euch ohne große Anstrengung root-Zugriff auf die Airconsole verschaffen. Ein kleiner nmap-Scann zeigt die offenen Ports:

PORT     STATE SERVICE
 23/tcp   open  telnet
 80/tcp   open  http
 1234/tcp open  hotline
 8080/tcp open  http-proxy

Port 23 meint das auch so. Ein kurzer Versuch via Telnet (admin/admin) zeigt uns eine laufende Busybox als Shell:

Welcome to

   _____  .__                                         .__
  /  _  \ |__|______   ____  ____   ____   __________ |  |   ____
 /  /_\  \|  \_  __ \_/ ___\/  _ \ /    \ /  ___/  _ \|  | _/ __ \
/    |    \  ||  | \/\  \__(  <_> )   |  \\___ (  <_> )  |_\  ___/
\____|__  /__||__|    \___  >____/|___|  /____  >____/|____/\___  >
        \/                \/           \/     \/                \/


BusyBox v1.12.1 (2015-02-02 16:48:52 GMT) built-in shell (ash)
Enter 'help' for a list of built-in commands.

#

Ein cat auf /proc/cpuinfo bestätigt den SoC welchen wir im Teardown schon entdeckt haben:

system type             : Ralink SoC
processor               : 0
cpu model               : MIPS 24K V4.12
BogoMIPS                : 239.61
wait instruction        : yes
microsecond timers      : yes
tlb_entries             : 32
extra interrupt vector  : yes
hardware watchpoint     : yes
ASEs implemented        : mips16 dsp
VCED exceptions         : not available
VCEI exceptions         : not available

Somit steht euch die Airconsole komplett f√ľr Aktionen weit ausserhalb der UI offen.

Fazit

Die Airconsole 2.0 von get-console.com ist nicht nur ein faszinierendes St√ľck Hardware sondern auch ein n√ľtzlicher Helfer im t√§glichen Kampf mit Kabelgewirr hinter Technikschr√§nken. So Technik-offen habe ich schon l√§nger kein Ger√§t mehr erlebt. Das einzige Manko ist die fehlende CE Kennzeichnung.

Ich hoffe der Artikel war interessant f√ľr euch. ūüôā

Viel Spaß dabei!
swarkn

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Stefans Schwerpunkte liegen im Umfeld von Betriebssystemen, serverbasierten Diensten und im weitesten Sinne in allgemeiner technischer Infrastruktur. Tags√ľber mit strategischen IT-Themen besch√§ftigt, tackert er Nachts doch mal gerne ins schwarze Loch.
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Autor: swarkn

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