Headphone Amp „DIY Tuning“ – Teil 2

LordLoetkolben

Thomas ist aktiver Löter seit 36 Jahren und sieht die Welt in 16 Graustufen (Alternativtheorie: 98/2) ;-)

Liebe HiFi Bastler,

jetzt geht es weiter mit dem Cayin C5 „Tuning“ (=Teil2) 😉
(Teil 1 findet Ihr hier: http://www.do-it-neat.com/?p=297)

ACHTUNG: Modifikationen an Euren Geräten lassen die Herstellergarantie erlöschen und erfolgen auf Euer eigenes Risiko !

  • Raus mit den alten Operationsverstärkern

Vor dem Entfernen der alten Operationsverstärker habe ich das Flachbandkabel  (das die Stromversorgungsplatine mit der Verstärkerplatine verbindet) und den Akku entfernt.  Dadurch geht man sicher, dass sich nicht irgendwo auf der Verstärkerplatine noch Spannung befindet und bei den folgenden Aktionen dann andere Bauteile beschädigt werden.

Es gibt einige Möglichkeiten um SMD OPAmps auszulöten – je nachdem ob man die originalen Chips wiederverwenden möchte oder nicht. In meinem Fall habe ich entschieden, mir das Leben wegen ein paar Cent (genauer – etwa 2€) pro OPA134 nicht schwer zu machen und den einfachsten Weg zu wählen.

Wenn man also diese Chips nicht mehr braucht, dann ist der einfachste Weg, die Beinchen mit einem Cutter nahe am Gehäuse abzuschneiden.

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Nur noch die Beinchen vom OPA134

Die Beinchen kann man nun sehr einfach entweder mit Entlötsaugpumpe oder mit Entlötsauglitze einzeln entfernen. Dies muss nun mit beiden OPA134 geschehen.

Danach sollte die Stelle in etwa so aussehen (hier wurde mit Entlötsauglitze gearbeitet – daher sieht man hier auch etwas Flussmittel aus der Litze um die Lötflächen herum auf der Platine)

Beinchen sind weg ;-)
Beinchen sind weg 😉

Das Flussmittel stört jetzt nicht – die Platine wird nach dem Einlöten beider Operationsverstärker einfach komplett gereinigt.

  • Rein mit den neuen Operationsverstärkern

Die neuen Operationsverstärker werden nun vorsichtig eingelötet. ACHTUNG – wie bereits in Teil 1 erwähnt – SMDs löten ist nichts für Lötanfänger !
Da ich das Rad nicht neu erfinden will/muss, verweise ich hier gerne mal auf folgende Anleitung: http://www.mikrocontroller.net/articles/SMD_L%C3%B6ten

Ich persönlich halte nichts von bleifreiem Lötzinn für den Privatgebrauch  (besonders bei SMD sind mir die benötigten Temperaturen einfach zu hoch!) und verwende gerne Stannol Lötdraht HF32 SMD (SN62Pb36AG2, 0.32mm).

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Erster ADA4637 an seinem neuen Einsatzort

Sollten beim Einlöten der neuen Operationsverstärker einmal Lötbrücken zwischen eingen Beinchen entstehen => kein Panik ! Das ist halb so schlimm und mit Lötsauglitze wirklich schnell wieder behoben.

ADA4637 an ihrem neuen Einsatzort
ADA4637 an ihrem neuen Einsatzort

Nach dem Einlöten der neuen Operationsverstärker habe ich die Platine mit Kontakt Chemie Leiterplattenreininger „KONTAKT LR“ gereinigt. Das entfernt das nun nicht mehr benötigte Flussmittel von der Platine.

Danach wird in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammengebaut, d.h. zuerst wieder das Flachbandkabel zwischen Verstärker- und Stromversorgungsplatine stecken, und auch den Akku wieder einstecken.

Ein erster Hörtest vor dem Zusammenbau des Gehäuses ist sicher ratsam – so kann man ohne großen Aufwand nacharbeiten, falls doch eine Lötstelle nicht gelungen ist. 😛

Ich habe mit meinem Oszilloskop vor der endgültigen Inbetriebnahme auch noch mal überprüft, dass die Schaltung nicht unkontrolliert hochfrequent schwingt.

  • Moral von der Geschicht 😉

So – die Frage ist – was hat die Modifikation denn klanglich gebracht?

Nun – ich betreibe folgende Kombination um guter Musik „mobil“ zu lauschen:
Fiio X1 (Line Out) and Cayin C5 (modifiziert wie oben) und einen stark modifizierten Fostex T50RP MKIII (Isodynamischer Kopfhörer). Gehört wird ausschließlich FLAC (meist 16bit 44Khz aber auch Hochbit bis zu 24bit 192Khz)

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Ein Geschäftskollege besitzt einen Fiio X3 und hat damit meine Kombi  (am gleichen Kopfhörer) verglichen und sagte: „Das ist zum Kotzen – ACH HAU DOCH AB ! – das kostet mich jetzt wieder ein Vermögen !“ 😀

Nicht falsch verstehen – der Cayin C5 ist unmodifiziert schon wirklich gut – aber wie heißt es so schön – das Bessere ist der Feind des Guten und mit den neuen OPAmps klingt er einfach so viel detailreicher 🙂
(Aber – schlecht klingende Quellen klingen damit noch unerträglicher – der Verstärker enttarnt jede Schwäche der Aufnahme!)

Swarkn hat beim Hörtest übrigens gar keine verständlichen Worte mehr herausgebracht – das klang eher wie „Hrrruohwowgaielhmmm“, begleitet von einem ultrabreiten Grinsen!

(Und irgendwann werde ich auch noch versuchen, meine Lieblings Operationsverstärker im Cayin zum Laufen zu bringen – der LM6171, der inzwischen auch zu TI gehört. Bei meinem ersten Versuch habe ich ihn aber nicht ohne Schwingneigung zum Laufen gebracht – da müssen vermutlich noch einige blocking caps an die Beinchen.)

In diesem Sinne – keep on modding!

Löti (17.01.2015)

 

 

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Headphone Amp „DIY Tuning“ – Teil 1

LordLoetkolben

Thomas ist aktiver Löter seit 36 Jahren und sieht die Welt in 16 Graustufen (Alternativtheorie: 98/2) ;-)

Liebe HiFi Bastler,

vor ca. einem halben Jahr, habe ich mir ein wunderbares „Goldstück“ gegönnt – einen portablen Kopfhörerverstärker der Firma Cayin. Es handelt sich dabei um das Modell C5. ( http://en.cayin.cn/product_view.asp?id=792 ).

cayin_c5

Ich habe das Gerät bei Amazon gekauft – scheinbar war das damals eine Aktion, denn ich habe gerade einmal 99€ dafür bezahlt. (Mir war klar, dass das ein Schnäppchen war – selbst wenn das Gerät aus Chinesischer Fertigung stammt).
Derzeit wird dieser Verstärker bei Amazon für 437,68€ gehandelt ( => die spinnen die Römer! 😉 So viel ist er nicht wert – auch wenn das Gerät wirklich gut ist! )
Im Shop von Shenzenaudio bekommt man ihn derzeit übrigens für 168$ (http://de.shenzhenaudio.com/cayin-spark-c5-stylish-portable-hifi-audio-headphone-amplifier.html)

Cayin ist in Deutschland hauptsächlich bekannt durch seine guten aber preiswerten Röhrenverstärker und die Qualität der Produkte ist durchweg auf hohem bis sehr hohem Niveau !

Über die klanglichen meriten dieses portablen Kopfhörerverstärkers möchte ich gar nicht zu viele Worte verlieren – dazu gibt es ausreichend viele Foren in denen sich unterschiedlichste Kommentare finden lassen – in Summe wird immer die enorme Räumlichkeit und die enormen Leitungsreserven auch bei hochohmigen Kopfhörern positiv hervorgehoben.

  • Technik

    was befindet sich denn nun in diesem Gerät:

Blockschaltbild
Blockschaltbild

 

Spannungsaufbereitung / Stromversorgung
Spannungsaufbereitung / Stromversorgung

 

Gesamte "Innereien"
Gesamte „Innereien“
  • Klangbestimmende Bauteile

Die verstärkungsrelevanten, aktiven Bauteile sind also der OPA134 als Spannungsverstärkende Stufe und der LME49600 als Leistungsverstärker (Buffer mit Verstärkung=1)

Lange Rede – kurzer Sinn: beide Operationsverstärker sind eigentlich tadellos und sollten von ihren Parametern für den Audioeinsatz mehr als ausreichend sein. Klanglich fand ich den Cayin C5 auch ansprechend – mir persönlich fehlte jedoch der letzte „Tick“ and Glanz in den Höhen. Ich hatte den Eindruck, dass ein leichter Schleier über den höchsten Tönen lag – es klang mir einfach zu „rund“.
(Meine Theorien darüber, warum Operationsverstärker im Audioeinsatz unterschiedlich klingen können werde ich bei Gelegenheit in der „Erklärbär“ Sektion veröffentlichen.)
Da ich den LME49600 bereits aus einem anderen Selbstbauprojekt kannte (ein stationärer KH Verstärker) und dessen Klang und Leistungen aus meiner Sicht tadellos sind, vermutete ich die von mir empfundene „klangbeinträchtigung“ beim OPA134.

  • Die klangliche „Alternative“

Gesagt getan – aus anderen Projekten kenne ich natürlich viele OPAmps und deren Vor- oder Nachteile in unterschiedlichen Konfigurationen und Einsatzgebieten und wollte daher den OP134 gegen einen Analog Devices ADA4637 austauschen.

ADA4637

Technische Specs findet Ihr hier:
http://www.analog.com/en/products/amplifiers/operational-amplifiers/jfet-input-amplifiers/ada4637-1.html
Das Datenblatt findet Ihr hier:
http://www.analog.com/media/en/technical-documentation/data-sheets/ADA4627-1_4637-1.pdf

Niedriger Offset, geringes Rauschen, hohe Bandbreite – passt von den Daten perfekt als Ersatz für den OP134 und übertrifft dessen Parameter in allen relevanten Bereichen. Zu beachten – der ADA4637 ist nur stabil bei Verstärkungsfaktoren über 5 und somit nicht als Spannungsfolger zu gebrauchen.

Das Löten von SMD Bauteilen ist nichts für Löt-Anfänger, daher hier der Ausdrückliche Hinweis: Modifikation Eurer Geräte auf eigene Gefahr !

 

… to be continued 🙂 … in Teil 2 !

 

Beam me up Scotty,

Löti

 

 

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