Steam In-Home Streaming und SuSEfirewall

Hallo zusammen,

Steam kann zwischenzeitlich hervorragend über die Funktion „Steam In-Home Streaming“ Spiele von einem Computer auf ein anderes Device „streamen“. In diesem Artikel möchte ich euch gerne auf die Besonderheiten in Zusammenhang mit openSUSE und der SuSEfirewall aufmerksam machen.

Ich will mich gar nicht so sehr damit auseinander setzen, den Steam-Client zu installieren. Vielmehr geht es mir um die Firewall Konfiguration unter openSUSE via SuSEfirewall.

Wichtig ist nur, dass ihr auf eurem Gaming-PC die Funktion In-Home Streaming aktiviert. Dazu geht ihr einfach unter „Einstellungen/In-Home Streaming“ und aktiviert die Option „enable streaming“. Mehr dazu findet ihr hier.

„Firewall deaktivieren? Kann man schon machen, ist dann halt Kacke.“

Das Einfachste ist sicherlich die Firewall zu deaktivieren damit alles funktioniert. Nur leider nicht unbedingt das sinnvollste, wenn es um sichere Netzwerkkonfiguration geht.

Die Firewall unter openSUSE konfiguriert ihr am besten mit Yast (yet another system tool). Dazu einfach auf der Kommandozeile „sudo yast firewall“ eingeben. Kurz das Root-Kennwort eingeben und schon seid ihr im richtigen Konfigurations-Modul.

SuSEfirewall-Menu

Jetzt müssen wir unsere Ethernet oder WLAN-Verbindung erst einmal einer Zone hinzufügen. Wenn ihr das schon einmal konfiguriert habt, könnt ihr den Punkt einfach überspringen. Wenn nicht, folgt den folgenden Anweisungen.

Verwendet die Cursortasten um auf „Schnittstellen“ zu klicken und navigiert mit der Tab-Taste auf die Schnittstelle, über welche Ihr Steam In-Home streaming machen wollt. In meinem Fall im Screenshot unten, die WLAN-Schnittstelle. Weißt dieser nun die Zone „Externe Zone“ zu.

SuSEfirewall-Schnittstellen

Nachdem dies geschehen ist, verwendet die Tab-Taste um wieder in das Firewall Menü zurückzukehren. Dort verwendet ihr wieder die Cursor-Tasten um auf „Benutzerdefinierte Regeln“ zu navigieren.

Wir müssen nur eingehende Regeln definieren, damit Steam In-Home streaming funktioniert. Zwei Regeln sind notwendig:

NetzwerkTCP / UDPPorts
192.168.178.0/24TCP27036:27037
192.168.178.0/24UDP27031:27036

Das Netzwerk ist natürlich von eurem eigenen Netzwerk abhängig. Grundsätzlich ließe sich auch „0/0“ eintragen, um Verbindungen aus jedwedem Netzwerk zuzulassen. Vielleicht ungeschickt, wenn man sich gerade in öffentlichen Netzwerken befinden. Soll ja auch nur zu Hause funktionieren, oder?

Wenn ihr euch nicht sicher seid, was ihr unter Netzwerk eintragen müsst, verwendet auf der Konsole den Befehl „sudo ifconfig„. In der Ausgabe findet ihr auch die Schnittstelle, mit welcher ihr Steam In-Home streaming verwenden wollt.

In der Regel handelt es sich zu Hause um ein Class-C Netzwerk. Dieses erkennt man an der Netzwerkmaske „255.255.255.0„. Nehmt in diesem Fall eure IP-Adresse und verwendet die ersten drei „Octets“ (also die durch Punkte getrennten Zahlen) um euren Netzwerknamen zu definieren. Hängt wie in meinem Beispiel oben einfach eine „.0/24“ an. *daumenhoch*

Das Regelwerk der Firewall muss nach der Eingabe so aussehen:

SuSEfirewall-Ports

Navigiert nun mit der Tab-Taste auf „Weiter“. Die Regeln werden gespeichert und angewandt. Falls ihr euren Steam-Client in der Zwischenzeit geöffnet hattet, schließt und startet ihn einfach neu. Danach solltet ihr euren Gaming-PC unter „Einstellungen/In-Home Streaming“ aufgelistet finden und alle installierten Spiele dessen sollten ebenfalls in der Spieleliste auftauchen.

Um ein Spiel vom Gaming-PC zu starten, klickt auf das Spiel in der Spieleliste und dann auf „Stream“.

Viel Spaß beim daddeln!

swarkn

 

 

 

 

swarkn

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Stefans Schwerpunkte liegen im Umfeld von Betriebssystemen, serverbasierten Diensten und im weitesten Sinne in allgemeiner technischer Infrastruktur. Tagsüber mit strategischen IT-Themen beschäftigt, tackert er Nachts doch mal gerne ins schwarze Loch.
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Autor: swarkn

Stefans Schwerpunkte liegen im Umfeld von Betriebssystemen, serverbasierten Diensten und im weitesten Sinne in allgemeiner technischer Infrastruktur. Tagsüber mit strategischen IT-Themen beschäftigt, tackert er Nachts doch mal gerne ins schwarze Loch.

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