Headphone Amp „DIY Tuning“ – Teil 2

Liebe HiFi Bastler,

jetzt geht es weiter mit dem Cayin C5 „Tuning“ (=Teil2) ūüėČ
(Teil 1 findet Ihr hier: http://www.do-it-neat.com/?p=297)

ACHTUNG: Modifikationen an Euren Geräten lassen die Herstellergarantie erlöschen und erfolgen auf Euer eigenes Risiko !

  • Raus mit den alten Operationsverst√§rkern

Vor dem Entfernen der alten Operationsverstärker habe ich das Flachbandkabel  (das die Stromversorgungsplatine mit der Verstärkerplatine verbindet) und den Akku entfernt.  Dadurch geht man sicher, dass sich nicht irgendwo auf der Verstärkerplatine noch Spannung befindet und bei den folgenden Aktionen dann andere Bauteile beschädigt werden.

Es gibt einige M√∂glichkeiten um SMD OPAmps auszul√∂ten – je nachdem ob man die originalen Chips wiederverwenden m√∂chte oder nicht. In meinem Fall habe ich entschieden, mir das Leben wegen ein paar Cent (genauer – etwa 2‚ā¨) pro OPA134 nicht schwer zu machen und den einfachsten Weg zu w√§hlen.

Wenn man also diese Chips nicht mehr braucht, dann ist der einfachste Weg, die Beinchen mit einem Cutter nahe am Gehäuse abzuschneiden.

20150710_213649_cut
Nur noch die Beinchen vom OPA134

Die Beinchen kann man nun sehr einfach entweder mit Entlötsaugpumpe oder mit Entlötsauglitze einzeln entfernen. Dies muss nun mit beiden OPA134 geschehen.

Danach sollte die Stelle in etwa so aussehen (hier wurde mit Entlötsauglitze gearbeitet Рdaher sieht man hier auch etwas Flussmittel aus der Litze um die Lötflächen herum auf der Platine)

Beinchen sind weg ;-)
Beinchen sind weg ūüėČ

Das Flussmittel stört jetzt nicht Рdie Platine wird nach dem Einlöten beider Operationsverstärker einfach komplett gereinigt.

  • Rein mit den neuen Operationsverst√§rkern

Die neuen Operationsverst√§rker werden nun vorsichtig eingel√∂tet. ACHTUNG – wie bereits in Teil 1 erw√§hnt – SMDs l√∂ten ist nichts f√ľr L√∂tanf√§nger !
Da ich das Rad nicht neu erfinden will/muss, verweise ich hier gerne mal auf folgende Anleitung: http://www.mikrocontroller.net/articles/SMD_L%C3%B6ten

Ich pers√∂nlich halte nichts von bleifreiem L√∂tzinn f√ľr den Privatgebrauch¬† (besonders bei SMD sind mir die ben√∂tigten Temperaturen einfach zu hoch!) und verwende gerne Stannol L√∂tdraht HF32 SMD (SN62Pb36AG2, 0.32mm).

20150710_213930
Erster ADA4637 an seinem neuen Einsatzort

Sollten beim Einl√∂ten der neuen Operationsverst√§rker einmal L√∂tbr√ľcken zwischen eingen Beinchen entstehen => kein Panik ! Das ist halb so schlimm und mit L√∂tsauglitze wirklich schnell wieder behoben.

ADA4637 an ihrem neuen Einsatzort
ADA4637 an ihrem neuen Einsatzort

Nach dem Einl√∂ten der neuen Operationsverst√§rker habe ich die Platine mit Kontakt Chemie Leiterplattenreininger „KONTAKT LR“ gereinigt. Das entfernt das nun nicht mehr ben√∂tigte Flussmittel von der Platine.

Danach wird in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammengebaut, d.h. zuerst wieder das Flachbandkabel zwischen Verstärker- und Stromversorgungsplatine stecken, und auch den Akku wieder einstecken.

Ein erster H√∂rtest vor dem Zusammenbau des Geh√§uses ist sicher ratsam – so kann man ohne gro√üen Aufwand nacharbeiten, falls doch eine L√∂tstelle nicht gelungen ist. ūüėõ

Ich habe mit meinem Oszilloskop vor der endg√ľltigen Inbetriebnahme auch noch mal √ľberpr√ľft, dass die Schaltung nicht unkontrolliert hochfrequent schwingt.

  • Moral von der Geschicht ūüėČ

So – die Frage ist – was hat die Modifikation denn klanglich gebracht?

Nun – ich betreibe folgende Kombination um guter Musik „mobil“ zu lauschen:
Fiio X1 (Line Out) and Cayin C5 (modifiziert wie oben) und einen stark modifizierten Fostex T50RP MKIII (Isodynamischer Kopfhörer). Gehört wird ausschließlich FLAC (meist 16bit 44Khz aber auch Hochbit bis zu 24bit 192Khz)

20160117_234049

Ein Gesch√§ftskollege besitzt einen Fiio X3 und hat damit meine Kombi¬† (am gleichen Kopfh√∂rer) verglichen und sagte: „Das ist zum Kotzen – ACH HAU DOCH AB ! – das kostet mich jetzt wieder ein Verm√∂gen !“ ūüėÄ

Nicht falsch verstehen – der Cayin C5 ist unmodifiziert schon wirklich gut – aber wie hei√üt es so sch√∂n – das Bessere ist der Feind des Guten und mit den neuen OPAmps klingt er einfach so viel detailreicher ūüôā
(Aber Рschlecht klingende Quellen klingen damit noch unerträglicher Рder Verstärker enttarnt jede Schwäche der Aufnahme!)

Swarkn hat beim H√∂rtest √ľbrigens gar keine verst√§ndlichen Worte mehr herausgebracht – das klang eher wie „Hrrruohwowgaielhmmm“, begleitet von einem ultrabreiten Grinsen!

(Und irgendwann werde ich auch noch versuchen, meine Lieblings Operationsverst√§rker im Cayin zum Laufen zu bringen – der LM6171, der inzwischen auch zu TI geh√∂rt. Bei meinem ersten Versuch habe ich ihn aber nicht ohne Schwingneigung zum Laufen gebracht – da m√ľssen vermutlich noch einige blocking caps an die Beinchen.)

In diesem Sinne – keep on modding!

Löti (17.01.2015)

 

 

LordLoetkolben

Thomas ist aktiver L√∂ter seit 36 Jahren und sieht die Welt in 16 Graustufen (Alternativtheorie: 98/2) ūüėČ
pinterest

Autor: LordLoetkolben

Thomas ist aktiver Löter seit 36 Jahren und sieht die Welt in 16 Graustufen (Alternativtheorie: 98/2) ;-)

Ein Gedanke zu „Headphone Amp „DIY Tuning“ – Teil 2“

  1. Ja lieber Thomas. Das stimmt wohl. Geniales Klangbild…

    Klare Frequenzdifferenzierung ob leise mit feiner Musik, oder laut mit richtig Druck am Ohr. Kurz gesagt: Hört man eh keinen Unterschied. ?

    Spaß bei Seite Thomas Рgeniale Kombo und super Mod! Damit hört man Details, die mit einfachem Equipe im Song verborgen bleiben.

    *daumenhoch* ?

    Gr√ľ√üle,
    Stefan

Schreib uns einen Kommentar :)