DevOpsDays 2015 Berlin // Nachruf

Hallo zusammen!

Ich habe mich vor einiger Zeit richtig geärgert. Es geht um meinen Besuch der DevOpsDays 2015 in Berlin. Ich war enttäuscht und auch irgendwie irritiert. Der Kongress fand am 26.10. und 27.10.2015 statt.

Der Grund meiner Enttäuschung war der spürbare Richtungswechsel in der allgemeinen Auffassung vieler Anwesenden zum Thema DevOps. Man hat leicht den Eindruck gewinnen könne, es sei primär ein Thema Entwickler mit Ops Toolsets auszustatten und jeder mache irgendwie alles. Die Grenzen zwischen den Aufgabengebieten wären – so die Auffassung einiger im persönlichen Gespräch – im Optimalfall nicht mehr wahrnehmbar.

Der Moderator fragte zu dieser Gelegenheit das Auditorium: „Wer von euch sieht sich eher als Entwickler?“. Einige meldeten sich. „Wer von euch sieht sich eher als Administrator?“. Einige meldeten sich. „Und wer von euch kann die Frage so nicht mehr beantworten?“. Ein Großteil meldeten sich. Der Kommentar des Moderators war klar in die Richtung, dass dies der gewünschte Zustand sei.

Solche Aussagen bringen mich ins grübeln. Ich komme aus dem Enterprise Bereich. Dort liegen meine aktuellen Aufgaben im „Ops“ Umfeld. Vielleicht kommt auch daher mein etwas anderer Blickwinkel auf das Thema.

Der Beitrag von den Kollegen der KUEHNE+NAGEL am zweiten Tag „From Hero to Zero – DevOps at Kuehne + Nagel KN Freightnet“ hat mir dann final die Sicherung entfernt. Offenbar wurde der Logistiker von einem freiberuflichen Kollegen unterstützt, der eine ganz eigene Vorstellung von DevOps hat. Nach dem Vortrag stellte dieser die Frage, ob das nun DevOps gewesen sei, was man uns vorgetragen habe und beantwortete sich selbst die eigene Frage mit „Keine Ahnung, wir wissen es nicht“.

*seufz*

Der gesamte Vortrag handelte von der Zerschlagung bestehender Ops-Einheiten und Übergabe deren Themen und Migration von Personal in Dev-Einheiten. Mein Fazit nach diesem Vortrag: „Da war Kommunikation offenbar nicht mehr möglich. Wieviel Schmerzen muß dieser Vorgang bei KUEHNE+NAGEL eigentlich verursacht haben?“. Unvorstellbar.

Fullstack? Die neue Zauberformel in der DevOps Word-Cloud.

Meine Gedanken dazu:

DevOps funktioniert nicht, wenn Entwickler plötzlich operative IT betreiben. DevOps funktioniert dann, wenn sich alle wieder als -eine- IT begreifen. Das ist für mich mindestens ein zwischenmenschliches Thema und bedarf der Förderung ein gewisses Mindset und die richtige Leadership. In meinen Augen ein sanfter kontinuierlicher Prozess der Veränderung.

Meine Erkenntnis:

Ich teile die Meinung nicht, dass Fullstack-Entwickler des Rätsels Lösung sind.

Klar finden FS-Devs in kleineren Teams ihren Platz um Dinge schnell und kosteneffizient nach vorne zu bringen. Sicher auch eingebettet in größeren ITs als „Special Forces“.

Das Spezialisierung in größeren IT Umgebungen allein schon wegen der Größe der Aufgabengebiete und des benötigten „Tiefgangs“ Einzelner notwendig ist, liegt für mich klar auf der Hand.

Nur wenn Führungskräfte verstehen, dass unter Wahrung der Identität des Einzelnen und des zulassens von Spezialisierungen die maximale fachliche und soziale Diversität erhalten bleibt – und damit das volle Potenzial eines High Performance Teams ausgeschöpft werden kann – kommen wir mit der DevOps Sache auf einen grünen Zweig.

Nur meine bescheidene Meinung. DevOpsDays 2016 sind aber schon gesetzt. Die Diskussion darf nie aufhören. 😉

Viele Grüße,

swarkn

 

swarkn

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Stefans Schwerpunkte liegen im Umfeld von Betriebssystemen, serverbasierten Diensten und im weitesten Sinne in allgemeiner technischer Infrastruktur. Tagsüber mit strategischen IT-Themen beschäftigt, tackert er Nachts doch mal gerne ins schwarze Loch.
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Autor: swarkn

Stefans Schwerpunkte liegen im Umfeld von Betriebssystemen, serverbasierten Diensten und im weitesten Sinne in allgemeiner technischer Infrastruktur. Tagsüber mit strategischen IT-Themen beschäftigt, tackert er Nachts doch mal gerne ins schwarze Loch.

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