Arduino Nano Clone Sketch upload: „not in sync“

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Stefans Schwerpunkte liegen im Umfeld von Betriebssystemen, serverbasierten Diensten und im weitesten Sinne in allgemeiner technischer Infrastruktur. Tagsüber mit strategischen IT-Themen beschäftigt, tackert er Nachts doch mal gerne ins schwarze Loch.
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Hallo zusammen,

in meinem vorherigen Artikel bin ich mit einem kleinen Erfahrungsbericht und Aufbau-Anleitung auf folgenden Arduino Nano Clone eingegangen:

DAOKAI® 5PCS MINI USB Nano V3.0 ATmega328P CH340G 5V 16M

4 von 5 gerlieferten Arduino Nano Clone wurden zwar am PC erkannt, nur konnten keine Sketches geladen werden. Die Arduino IDE hatte beim Versuch immer folgende Fehlermeldung zurückgegeben:

Nano_NOTok

Zu allererst versuchte ich die Schuld an dem Problem dem seriellen Schnittstellen-Chip CH340G in die Schuhe zu schieben. Der chinesische Hersteller ist an dieser Stelle wohl von der Spezifikation des Nano abgewichen. Recherchen in diese Richtung haben allerdings nichts gebracht.

Dann bin ich beim wälzen der Foren auf einen sehr interessanten Artikel gestossen. Im Forum von arduino.cc hat „Confusedelectron“ seine Erfahrungen mit einem Nano Clone aus China geteilt. Durch Zufall hatte er seine Arduino IDE unter „Werkzeuge\Board:“ noch immer auf „Arduino/Genuino Uno“ konfiguriert als er den defekt geglaubten Nano Clone tatsächlich programmieren konnte! Geniale Entdeckung und damit klarer Fingerzeig! 😀

Wenn die Arduino IDE glaubte mit einem Uno zu kommunizieren, muss die Gegenstelle sich wohl auch in der Kommunikation mit der IDE wie ein Uno verhalten haben. Das brachte im selben Foren-Thread „combie“ auf die Idee, den Bootloader zu verdächtigen *daumenhoch*. Aber wie?

WP_20160130_23_40_20_Rich_LI

Da es sich bei der v3.0 des Nano um den Atmel Atmega M328P handelt und dieser ebenso auf dem Arduino Uno Rev.3 verbaut ist, kann ich mir nur vorstellen, dass die Chips in der Fabrik die Produktions-Strasse gewechselt haben müssen.

Klar, der Bootloader muss getauscht werden. Zwar funktioniert der Upload eines kleinen Sketches auf den Nano via Uno Profil, die Arduino IDE könnte aber in bei größeren und komplexeren Sketches Probleme mit der Programmierung erhalten.

Ich habe also kurzerhand den Bootloader neu gebrannt. Auch um die These von „combie“ zu testen. Da ich keinen Programmer habe, habe ich meinen Uno dafür hergenommen. Wie ihr euren Uno als Arduino-ISP verwenden könnt, könnt ihr hier nachlesen. Für euren Nano Clone verwendet ihr das SPI Interface. Hier das wiring:

Arduino UNOArduino Nano SPI
GNDPin 6
digital 13Pin 3
digital 12Pin 1
digital 11Pin 4
digital 10Pin 5
5VPin 2

Am Ende muss euer wiring ähnlich dem Titelbild dieses Artikels aussehen. Ich habe zu Vereinfachung Steckverbindungen male/female verwendet. So spart man sich den Weg über das Breadboard. Nach erfolgreichem übertragen des Nano bootloaders müsstet ihr folgende Meldung erhalten:

Nano_firmwareokPerfekt. Jetzt noch ein kurzer Test, ob die Programmierung wieder über die richtige Board-Auswahl funktionert. Dazu stellt ihr eure Arduino IDE unter „Werkzeuge\Board:\ wieder auf „Arduino Nano“ ein. Ladet den blink-sketch um den Transfer zu testen. Nun sollte es in etwa so aussehen:

Nano_ok

Damit sind die Nano Clone Boards tatsächlich nicht defekt, sondern nur mit einem falschen Bootloader ausgeliefert worden. Mit minimalem Aufwand habt ihr das Ganze wieder in Ordnung gebracht. Ärger mit dem Lieferant gibts dann auch nicht. 😉

Viel Spaß beim firmware brennen!

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Arduino Nano v3.0 (ATmega328) China Clone von DAOKAI

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Hallo zusammen,

ich habe mir die Tage ein neues Spielzeug bestellt. Besser gesagt gleich 5 davon! Auf Amazon gibt es einen interessanten und preiswerten Arduino Nano Clone im 5er Pack direkt aus China für rund 15€ zu erstehen:

DAOKAI® 5PCS MINI USB Nano V3.0 ATmega328P CH340G 5V 16M

Dieser Artikel ist ein kleiner Erfahrungsbericht und Aufbauanleitung in einem. 🙂

Zu Beginn vielleicht kurz zur Qualität. In den Amazon-Bewertungen haben sich die ein oder anderen Kunden lustig darüber gemacht, dass in jeder Lieferung wohl ein defektes Board dabei sei. Was zu dem Preis aber eher eine untergeordnete Rolle spielen würde. Nun, in meinem Fall waren 4 von 5 defekt. Nach dem Anschluß via USB wurde zwar der serielle Port erkannt, eine Übertragung eines Test-Sketches war allerdings nicht möglich.

UPDATE 31.01.2016: Die Boards waren NICHT defekt, wurden aber mit einem falschen Bootloader ausgeliefert. Wie ihr das fixen könnt, erfahrt ihr in einem weiteren Artikel von mir.

Aber – extremes Lob – kurz Kontakt zum Verkäufer aufgenommen und schon sind 5 neue unterwegs. Die Alten musste ich nicht zurückschicken. Sobald die neue Lieferung angekommen ist, lasse ich euch gerne wissen ob diese Lieferung zufriedenstellend war. *daumenhoch*

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Der „Kleine“ wird einzeln verpackt in anti-statischen Tütchen geliefert. Wie ihr sehen könnt, sind die Kontaktstifte nicht gelötet. Ansich eine gute Sache, weil diese nicht jeder zwangsweise benötigt. Zusätzlich bleibt der Aufbau kompakt, was sich als praktisch für den Versandt herausstellt. Es befinden sich ja immerhin 5 Stück in einem luftgepolsterten Kuvert.

WP_20160129_22_38_54_Rich_LIUm die Montage der Kontaktstifte durchzuführen benötigt man einen Lötkolben. Bevor man sich allerdings ans Werk macht, sollte man überstehende Kunststoff-Nasen entfernen und überprüfen, ob die Kontaktstifte alle gleich weit bzw. kurz aus ihrer Kunststoff-Befestigung hinausragen. Diese sind leicht beweglich und können falls diese nicht gleich lang sind später in einem Versuchsaufbau auf dem Bread-Board  zu Kontaktproblemen führen.

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Die Lötarbeiten gestalten sich einfach. Am besten verwendet ihr ein Bread-Board als dritte Hand um die ersten Lötstellen zu setzen. Steckt dazu die Kontaktstifte in die vorgesehenen Löcher und stellt den noch wackeligen Aufbau auf das Bread-Board. Lötet zur ersten Fixierung am besten zuerst Pin 1+15 sowie auf der anderen Seite Pin 16+30.

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Danach könnt ihr die Kontaktstifte 90° zur Platine ausrichten. Somit gibt’s kein späteres Verklemmen am Bread-Board. *daumenhoch*. Macht euch keine Sorgen beim Biegen. Keine Gewalt, mit leichtem Druck und alles sollte in Ordnung gehen. Wenn die Kontaktstifte ausgerichtet sind, könnt ihr die restlichen Pins ebenfalls verlöten. Beim löten der ICSP Kontaktstifte dreht ihr den Nano einfach um und lötet von der anderen Seite.

Nun zur Programmierung. Sollte der Nano Clone nach dem verbinden des USB-Kabels am PC nicht erkannt werden, liegt es sicher daran, dass der richtige Treiber nicht installiert ist. Der Hersteller verweist auf diesen Treiber. Allerdings handelt es sich um einen Server direkt in China. Der Treiber kann evtl. auch einfacher von 0xCF’s Blog geladen werden (vielen lieben Dank an dieser Stelle für den tollen Artikel!), falls das Board vom PC nicht erkannt wird. Die Installation ist denkbar einfach und problemlos.

Als ersten Test-Sketch eignet sich etwas einfaches. Ich verwende als Schnelltest zur Programmierung etc. gerne mal den blink-sketch von arduino.cc. Dieses steuert das on-board LED an und lässt es im 1s Rythmus blinken. Zu eurer Bequemlichkeit poste ich eine kompakte Form hier:

void setup() {
  pinMode(13, OUTPUT);
}
void loop() {
  digitalWrite(13, HIGH);
  delay(1000);
  digitalWrite(13, LOW);
  delay(1000);
}

Hier ein kleines Video meines Testaufbaus des Arduino Nano Clones auf einem Bread-Board mit Stromversorgungsmodul über den regulierten 5V Eingang (Pin 27)

DAOKAI® 5PCS MINI USB Nano V3.0 ATmega328P CH340G 5V 16M

Mehr Informationen über den Arduino Nano findet ihr auf den Seiten der ardunino.cc.

Das Bread-Board inkl. Stromversorgungsmodul welches hier zur Verwendung kam, findet ihr auf amazon.de.

Viel Spaß beim ausprobieren!

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