Headphone Amp „DIY Tuning“ – Teil 1

LordLoetkolben

Thomas ist aktiver Löter seit 36 Jahren und sieht die Welt in 16 Graustufen (Alternativtheorie: 98/2) ;-)

Liebe HiFi Bastler,

vor ca. einem halben Jahr, habe ich mir ein wunderbares „Goldstück“ gegönnt – einen portablen Kopfhörerverstärker der Firma Cayin. Es handelt sich dabei um das Modell C5. ( http://en.cayin.cn/product_view.asp?id=792 ).

cayin_c5

Ich habe das Gerät bei Amazon gekauft – scheinbar war das damals eine Aktion, denn ich habe gerade einmal 99€ dafür bezahlt. (Mir war klar, dass das ein Schnäppchen war – selbst wenn das Gerät aus Chinesischer Fertigung stammt).
Derzeit wird dieser Verstärker bei Amazon für 437,68€ gehandelt ( => die spinnen die Römer! 😉 So viel ist er nicht wert – auch wenn das Gerät wirklich gut ist! )
Im Shop von Shenzenaudio bekommt man ihn derzeit übrigens für 168$ (http://de.shenzhenaudio.com/cayin-spark-c5-stylish-portable-hifi-audio-headphone-amplifier.html)

Cayin ist in Deutschland hauptsächlich bekannt durch seine guten aber preiswerten Röhrenverstärker und die Qualität der Produkte ist durchweg auf hohem bis sehr hohem Niveau !

Über die klanglichen meriten dieses portablen Kopfhörerverstärkers möchte ich gar nicht zu viele Worte verlieren – dazu gibt es ausreichend viele Foren in denen sich unterschiedlichste Kommentare finden lassen – in Summe wird immer die enorme Räumlichkeit und die enormen Leitungsreserven auch bei hochohmigen Kopfhörern positiv hervorgehoben.

  • Technik

    was befindet sich denn nun in diesem Gerät:

Blockschaltbild
Blockschaltbild

 

Spannungsaufbereitung / Stromversorgung
Spannungsaufbereitung / Stromversorgung

 

Gesamte "Innereien"
Gesamte „Innereien“
  • Klangbestimmende Bauteile

Die verstärkungsrelevanten, aktiven Bauteile sind also der OPA134 als Spannungsverstärkende Stufe und der LME49600 als Leistungsverstärker (Buffer mit Verstärkung=1)

Lange Rede – kurzer Sinn: beide Operationsverstärker sind eigentlich tadellos und sollten von ihren Parametern für den Audioeinsatz mehr als ausreichend sein. Klanglich fand ich den Cayin C5 auch ansprechend – mir persönlich fehlte jedoch der letzte „Tick“ and Glanz in den Höhen. Ich hatte den Eindruck, dass ein leichter Schleier über den höchsten Tönen lag – es klang mir einfach zu „rund“.
(Meine Theorien darüber, warum Operationsverstärker im Audioeinsatz unterschiedlich klingen können werde ich bei Gelegenheit in der „Erklärbär“ Sektion veröffentlichen.)
Da ich den LME49600 bereits aus einem anderen Selbstbauprojekt kannte (ein stationärer KH Verstärker) und dessen Klang und Leistungen aus meiner Sicht tadellos sind, vermutete ich die von mir empfundene „klangbeinträchtigung“ beim OPA134.

  • Die klangliche „Alternative“

Gesagt getan – aus anderen Projekten kenne ich natürlich viele OPAmps und deren Vor- oder Nachteile in unterschiedlichen Konfigurationen und Einsatzgebieten und wollte daher den OP134 gegen einen Analog Devices ADA4637 austauschen.

ADA4637

Technische Specs findet Ihr hier:
http://www.analog.com/en/products/amplifiers/operational-amplifiers/jfet-input-amplifiers/ada4637-1.html
Das Datenblatt findet Ihr hier:
http://www.analog.com/media/en/technical-documentation/data-sheets/ADA4627-1_4637-1.pdf

Niedriger Offset, geringes Rauschen, hohe Bandbreite – passt von den Daten perfekt als Ersatz für den OP134 und übertrifft dessen Parameter in allen relevanten Bereichen. Zu beachten – der ADA4637 ist nur stabil bei Verstärkungsfaktoren über 5 und somit nicht als Spannungsfolger zu gebrauchen.

Das Löten von SMD Bauteilen ist nichts für Löt-Anfänger, daher hier der Ausdrückliche Hinweis: Modifikation Eurer Geräte auf eigene Gefahr !

 

… to be continued 🙂 … in Teil 2 !

 

Beam me up Scotty,

Löti

 

 

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DevOpsDays 2015 Berlin // Nachruf

swarkn

swarkn

Stefans Schwerpunkte liegen im Umfeld von Betriebssystemen, serverbasierten Diensten und im weitesten Sinne in allgemeiner technischer Infrastruktur. Tagsüber mit strategischen IT-Themen beschäftigt, tackert er Nachts doch mal gerne ins schwarze Loch.
swarkn

Hallo zusammen!

Ich habe mich vor einiger Zeit richtig geärgert. Es geht um meinen Besuch der DevOpsDays 2015 in Berlin. Ich war enttäuscht und auch irgendwie irritiert. Der Kongress fand am 26.10. und 27.10.2015 statt.

Der Grund meiner Enttäuschung war der spürbare Richtungswechsel in der allgemeinen Auffassung vieler Anwesenden zum Thema DevOps. Man hat leicht den Eindruck gewinnen könne, es sei primär ein Thema Entwickler mit Ops Toolsets auszustatten und jeder mache irgendwie alles. Die Grenzen zwischen den Aufgabengebieten wären – so die Auffassung einiger im persönlichen Gespräch – im Optimalfall nicht mehr wahrnehmbar.

Der Moderator fragte zu dieser Gelegenheit das Auditorium: „Wer von euch sieht sich eher als Entwickler?“. Einige meldeten sich. „Wer von euch sieht sich eher als Administrator?“. Einige meldeten sich. „Und wer von euch kann die Frage so nicht mehr beantworten?“. Ein Großteil meldeten sich. Der Kommentar des Moderators war klar in die Richtung, dass dies der gewünschte Zustand sei.

Solche Aussagen bringen mich ins grübeln. Ich komme aus dem Enterprise Bereich. Dort liegen meine aktuellen Aufgaben im „Ops“ Umfeld. Vielleicht kommt auch daher mein etwas anderer Blickwinkel auf das Thema.

Der Beitrag von den Kollegen der KUEHNE+NAGEL am zweiten Tag „From Hero to Zero – DevOps at Kuehne + Nagel KN Freightnet“ hat mir dann final die Sicherung entfernt. Offenbar wurde der Logistiker von einem freiberuflichen Kollegen unterstützt, der eine ganz eigene Vorstellung von DevOps hat. Nach dem Vortrag stellte dieser die Frage, ob das nun DevOps gewesen sei, was man uns vorgetragen habe und beantwortete sich selbst die eigene Frage mit „Keine Ahnung, wir wissen es nicht“.

*seufz*

Der gesamte Vortrag handelte von der Zerschlagung bestehender Ops-Einheiten und Übergabe deren Themen und Migration von Personal in Dev-Einheiten. Mein Fazit nach diesem Vortrag: „Da war Kommunikation offenbar nicht mehr möglich. Wieviel Schmerzen muß dieser Vorgang bei KUEHNE+NAGEL eigentlich verursacht haben?“. Unvorstellbar.

Fullstack? Die neue Zauberformel in der DevOps Word-Cloud.

Meine Gedanken dazu:

DevOps funktioniert nicht, wenn Entwickler plötzlich operative IT betreiben. DevOps funktioniert dann, wenn sich alle wieder als -eine- IT begreifen. Das ist für mich mindestens ein zwischenmenschliches Thema und bedarf der Förderung ein gewisses Mindset und die richtige Leadership. In meinen Augen ein sanfter kontinuierlicher Prozess der Veränderung.

Meine Erkenntnis:

Ich teile die Meinung nicht, dass Fullstack-Entwickler des Rätsels Lösung sind.

Klar finden FS-Devs in kleineren Teams ihren Platz um Dinge schnell und kosteneffizient nach vorne zu bringen. Sicher auch eingebettet in größeren ITs als „Special Forces“.

Das Spezialisierung in größeren IT Umgebungen allein schon wegen der Größe der Aufgabengebiete und des benötigten „Tiefgangs“ Einzelner notwendig ist, liegt für mich klar auf der Hand.

Nur wenn Führungskräfte verstehen, dass unter Wahrung der Identität des Einzelnen und des zulassens von Spezialisierungen die maximale fachliche und soziale Diversität erhalten bleibt – und damit das volle Potenzial eines High Performance Teams ausgeschöpft werden kann – kommen wir mit der DevOps Sache auf einen grünen Zweig.

Nur meine bescheidene Meinung. DevOpsDays 2016 sind aber schon gesetzt. Die Diskussion darf nie aufhören. 😉

Viele Grüße,

swarkn

 

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